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Ein Assistenzhund verändert das Leben: Die Geschichte von Frieda & Fellow

Es ist einfach toll, was Hunde leisten. Nicht nur durch Fähigkeiten, die sie erlernen. Manchen Menschen erschließt sich allein durch ihre Anwesenheit eine ganz neue Welt. Beim Verein Vita Assistenzhunde habe ich Frieda kennengelernt. Die 15-jährige sitzt von klein auf im Rollstuhl. Seit 6 Jahren ist Golden Retriever Fellow an ihrer Seite. Frieda und ihre Mutter Birgit haben mir erzählt, dass der Assistenzhund ihr Leben komplett verändert hat.

Birgit Krieger:
Friedas Leben ist freier geworden – selbständiger und offener. Fellow hat ihr viele Ängste genommen: Die Angst vor allen Tieren. Die Angst alleine zu bleiben. Die Angst auf Menschen zuzugehen. Und vor allem: Sich auf Fremde einzulassen – mit ihnen zu sprechen.

Frieda:
Ich bin selbstbewusster geworden. Menschen gehen auch offener auf mich zu und sagen: „Oh, ist das ein toller Hund!“ Und fragen eben nicht direkt: „Warum sitzt Du denn im Rollstuhl“? Man wird nicht aufs Äußere beschränkt. Die Leute hinterfragen erstmal. Der Hund öffnet halt Türen – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber Fellow hilft mir natürlich auch im Praktischen extrem viel: Socken ausziehen, Jacke ausziehen, Schuhe ausziehen, Schubladen aufmachen oder Sachen aufheben.

Bettina:
Fellow bedeutet für dich also auch Unabhängigkeit…

Frieda:
Ja, alleine bleiben konnte ich früher auf gar keinen Fall. Weder im Auto, noch irgendwo in der Wohnung. Die Mama konnte nicht mal in den Keller. Jetzt geht das. Gar kein Problem mehr für mich. Weil ich halt weiß: Er ist da!
Falls mir was runterfällt, ist da jemand, der mir das aufhebt. Und falls ich aus dem Rollstuhl falle, kann Fellow mir immer noch Hilfe holen. Indem er das Telefon bringt oder irgendwas anderes macht. Ich bin mir hundertprozentig sicher: Wenn ich auf dem Boden liegen würde und ich ihm sage: Hol mir das Handy, würde er das machen. Ich weiß: Im Notfall habe ich Hilfe!

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Foto: Privat

Bettina:
Es ist wirklich beeindruckend, was Ihr für ein tolles Team seid! Vor allem, weil Du früher ja Angst vor Tieren hattest…

Birgit Krieger:
Ich erinnere mich noch an den ersten Kontakt zu Vita. Sie hatten einen Stand auf der Reha-Messe in Düsseldorf. Frieda wollte da überhaupt nicht hin – bloß nicht zu den Hunden! Sie hatte damals vor jedem Tier fürchterliche Angst. Ich habe dann trotzdem bei Vita mal eine Bewerbung ausgefüllt. Und wir sind tatsächlich eingeladen worden. Mein Mann war noch skeptisch und Frieda sowieso: Oh nee – was soll ich mit nem Hund…
Aber ich hatte als Kind auch einen. Wusste, wie schön es ist, mit ihm groß zu werden. Und Frieda ist ein Einzelkind. Ich dachte: Es wäre gut, ihr einen Hund an die Seite zu geben. Und als ich die Assistenzhunde auf der Messe sah, erlebte, wie die miteinander umgegangen sind… Das war einfach wundervoll anzuschauen. Und ich dachte, das wär bestimmt für Frieda auch schön. Einen Begleiter zu haben, einen Freund an ihrer Seite, der immer für sie da ist.

Bettina:
Und Frieda, wie war das für Dich, als Du Fellow kennen gelernt hast?

Frieda:
Ich habe ihn das erste mal als Welpen bei „Ein Herz für Kinder“ gesehen. Ich war bei Thomas Gottschalk in der Sendung eingeladen. Die haben einen Teil vom Hund gespendet. Da waren mir Hunde aber noch suspekt. Ich dachte: Oh süß, ein Welpe – aber er ist ein Hund! Und dann war ich bei Vita beim Matching – so nennt man das, wenn ausgesucht wird, welcher Hund passt zu welchem Menschen.

Ich hab mich dann voll oft ins Körbchen gesetzt. Um zu gucken, welcher Hund kommt. Und Fellow kam immer so mit seinen braunen Knopfaugen an. Hat mit dem Schwanz gewedelt. Und dann hab ich die Angst irgendwie abgebaut. Auch durch das viele Streicheln. Ich konnte einfach nicht widerstehen. Er war sooo niedlich!

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Foto: Privat

Bettina:
Bei Vita hast Du dann ja lange gemeinsam mit Fellow trainiert. Danach durfte er zu Dir nach Hause. Aber ihr fahrt immer noch regelmäßig zum Üben…

Frieda:
Ja, das ist heute noch so. Und wenn es nicht mehr so wäre, würde mir in meinem Leben auf jeden Fall was fehlen! Durch Vita sammelt man so viele Erfahrungen, so viele Erkenntnisse. Man kann sich einfach gegenseitig austauschen. Man lernt auch immer wieder mit dem Hund. Man lernt neue Sachen über sich selbst. Man fängt einfach an, sich zu akzeptieren und zu reflektieren. Und dabei helfen einem auch die Menschen und die Hunde. Für mich ist das wie eine zweite Familie geworden. Wo ich einfach hingehen kann. Wo einem die Last von den Schultern genommen wird. Wo ich einfach ich selber sein kann. Ohne irgendwelche Einschränkungen.

Bettina:
Wie sieht denn Dein Tag mit Fellow aus? Ist er immer bei Dir?

Frieda:
Natürlich versuche ich größtenteils, dass er an meiner Seite ist. In der Schule ist das jetzt leider nicht möglich. Da ist er dann zu Hause bei der Mama und passt auf. Aber sonst gehe ich abends fast immer mit ihm spazieren. Weil das auch für mich ein so schöner Moment zwischen uns beiden ist. Und weil ich dabei dann auch selber den Kopf frei kriege.
Bei Freundinnen ist er nicht immer dabei. Kommt drauf an, zu welcher Freundin ich gehe. Wenn meine Freundinnen hier her kommen, dann ist er natürlich immer da. Aber er kann nicht überall hin mit. Kommt wirklich drauf an, was wir machen. Aber ich versuche immer ihn einzubinden. Weil meine Freunde das auch so süß finden.
Und sonst hilft er mir natürlich überall, wo ich in der Wohnung Hilfe brauche. Und kuschelt ganz viel. Das darf man nicht vergessen!

Bettina:
Vielen Dank für das nette Gespräch – liebe Frieda – und bis bald:-)

Wenn Ihr mehr über Vita erfahren möchtet – hier geht’s zur Homepage: vita-assistenzhunde.de

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